Moderater Aufschwung kommt 2025 Raiffeisen Research: BIP-Wachstum von 0,9 % für Österreich im nächsten Jahr Leichtes Wachstum folgt Rezession 2024 Weitere Zinssenkungen erwartet Die hohen Preisanstiege, die gestiegenen Lohnkosten und der Konsumentenstreik haben der österreichischen Wirtschaft im laufenden Jahr noch stärker zugesetzt als erwartet. Raiffeisen Research zufolge wird die Wirtschaftsleistung heuer um 0,5% sinken. Aber: Der Tiefpunkt sollte gegen Ende des Jahres erreicht sein und für 2025 erwarten die Experten ein leichtes Wachstum. „Es könnte dann bei 0,9 % liegen“, sagt Raiffeisen-Chefökonom Mag. Gunter Deuber bei den heutigen „Wirtschaftsprognosen 2025“ der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG für ihre Firmenkunden in Innsbruck. An den Beginn seiner Wirtschaftsprognosen stellte Mag. Gunter Deuber, der Leiter des Bereichs Volkswirtschaft und Finanzanalyse der Raiffeisenbank International AG (Raiffeisen Research) den Status Quo. Ein lang erwarteter Wirtschaftsaufschwung in Österreich lässt – im Gegensatz zum Euroraum – auch heuer auf sich warten. In der Industrie sowie im Bau- und Immobiliensektor zeichnet sich für die kommenden Monate noch kein Ende der gefühlten Endlosrezession und schwachen Investitionsdynamik ab. Auch der private Konsum als konjunktureller Hoffnungsträger hat bisher enttäuscht, die deutlichen Einkommensanstiege werden angesichts der hohen Unsicherheit und gestiegener Zukunftsängste gespart und nicht ausgegeben. „Positiv zu vermerken ist, dass die Inflation hierzulande im europäischen Vergleich mittlerweile eher „unauffällig“ ist“, so Gunter Deuber. Die Zeit der hierzulande besonders hohen Inflation und Lohnanstiege lastet aber weiterhin auf der Wettbewerbsfähigkeit des (Industrie-)Standorts Österreich. 2025: Moderates BIP-Wachstum von 0,9 % durch sinkende Zinsen und niedrigere Inflation „Der moderate Aufschwung verschiebt sich damit ins Jahr 2025, dann könnte die Wirtschaftsleistung um 0,9 Prozent zulegen“, sagt Gunter Deuber im weiteren Ausblick. Insbesondere die sinkenden Zinsen sollen die Wirtschaft ankurbeln. Die Experten rechnen damit, dass die EZB weitere Zinssenkungen vornehmen wird und der Leitzins Ende 2025 bei 2,25% liegt. Allerdings sei weiterhin nicht mit einer expansiven Geldpolitik zu rechnen. Die Inflation dürfte sich hierzulande ebenfalls bei knapp über 2 Prozent einpendeln, das ist niedriger als in den vergangenen Jahren, liegt allerdings immer noch leicht über der Inflation des Euroraums. Doch das Ende der Stagnation hierzulande bedeutet nicht der Beginn eines dynamischen Aufschwungs. Nach zwei „verlorenen Jahren“ dürfte das Produktionsniveau dann im Jahr 2026 auf dem Niveau von 2022 liegen. Eine nachhaltige Trendwende ist möglich, setzt aber gezielte Maßnahmen unter anderem in den Bereichen Lohnkosten, Steuerbelastung und Arbeitsmarkt voraus. Tirols Wirtschaft stabiler als im Rest des Landes Die Wirtschaftsleistung der Tiroler Tourismuswirtschaft ist nach wie vor geringer als vor Corona. Allerdings stützt sie die Gesamtwirtschaft moderat, so dass sich die Tiroler Wirtschaftsleistung besser entwickeln sollte als im Rest des Landes. Auch die Bau- und Industrieschwäche sind hier geringer ausgeprägt als im Rest Österreichs. Gründe hierfür sind unter anderem die stärkere Exportausrichtung nach Italien und in die Schweiz. Die Immobilienwirtschaft in Tirol ist auch heuer wieder sehr stabil. Der Arbeitsmarkt konnte der negativen Wirtschaftsentwicklung bislang trotzen, mit einer Arbeitslosenquote von 3,2% hat Tirol noch immer die geringste Arbeitslosenquote in ganz Österreich.