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Wohneigentum ist wieder leistbarer, bleibt aber teuer 27.02.2026

  • Nach Preiskorrektur bis 2024 sind die Immobilienpreise 2025 um 1 % gestiegen
  • Tirols Immobilienmarkt ist nach Wien der zweitteuerste in Österreich
  • Kreditzinsen bleiben weiterhin höher als vor der Zinswende
Pressekonferenz Immobilienmarkt Tirol

Der Immobilienmarkt in Österreich dreht langsam wieder in Aufwärtsrichtung. „Die Zeit sinkender Immobilienpreise in Österreich ist vorbei“, so Matthias Reith, Senior Ökonom für den österreichischen Wohnimmobilienmarkt bei Raiffeisen Research, bei der heutigen Pressekonferenz im Ersatzquartier der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG in Rum. Nach der Preiskorrektur im Schritttempo – Wohneigentum ist zwischen Q3/22 und Q4/24 nur um 5 % billiger geworden – sind die Immobilienpreise 2025 österreichweit um 1 % nach oben geklettert.

Immobilienpreise steigen, Zinsen bleiben hoch

Gestiegene Einkommen und einbrechende Fertigstellungszahlen bei (leicht) wachsender Bevölkerung sprechen für steigende Preise auf dem österreichischen Wohnimmobilienmarkt. Wohneigentum ist wieder leistbar, aber nicht mehr so günstig wie in Zeiten rekordniedriger (Kredit-)Zinsen. „Die EZB hat den Abstieg vom Zinsgipfel wohl in der Mittelstation beendet. Von ihrer Seite sind keine weiteren Zinssenkungen zu erwarten. Die Kreditzinsen bleiben damit spürbar höher als vor der Zinswende“, beschreibt Reith das Zinsumfeld für den Immobilienmarkt. Eine Neuauflage des „Immobilienbooms“ früherer Jahre zeichnet sich daher nicht ab. Die Immobilienpreise dürften heuer österreichweit um etwa 2,5 % steigen und damit stärker als 2025.

Tirol neben Wien das teuerste Pflaster

Ein Quadratmeter eines Tiroler Einfamilienhauses kostete im vierten Quartal 2025 6.955 Euro. „Der Immobilienmarkt in Tirol ist damit innerhalb Österreichs der zweitteuerste“, so Reith. Nur in Wien müssen Hauskäufer:innen noch tiefer in die Tasche greifen. Trotz des hohen Preisniveaus sind Tiroler Wohnimmobilien seit Mitte 2022 lediglich um 2,2 % billiger geworden (Q4/25 ggü. Q3/22) und damit um weniger als in den ebenfalls hochpreisigen Bundesländern Vorarlberg und Salzburg (jeweils etwa −7 %). Ende 2025 waren Tiroler Einfamilienhäuser um 2,7 % teurer als ein Jahr zuvor.

Innerhalb Tirols ist Kitzbühel der preisliche Spitzenreiter. Der Quadratmeter eines Einfamilienhauses kostete dort Ende 2025 10.240 Euro, gefolgt von der Landeshauptstadt mit 10.180 Euro. Am günstigsten ist der Eigentumserwerb im Bezirk Lienz (4.210 Euro). Die preisliche Schere in Tirol ist in den letzten drei Jahren kleiner geworden. Während die Häuserpreise in Innsbruck (−16 % Q4/25 ggü. Q3/22) samt Umland (Innsbruck-Land −6 %) spürbar billiger geworden sind, müssen Käufer in Reutte (+7 %) und Imst (+6 %) heute mehr bezahlen als vor der „Rückkehr der Zinsen“ (Q3/22).

Grund in Tirol bleibt auch in Zukunft hochpreisig

Zwar dürfte Tirol bevölkerungsmäßig in Zukunft kaum mehr wachsen – in zehn Jahren werden dort gemäß Prognosen nur 0,7 % mehr Menschen leben als derzeit –, allerdings ist Wohnraum hier schon jetzt ein knappes Gut. Die Möglichkeiten zur Schaffung neuen Wohnraums sind stark begrenzt, die Baugrundknappheit ist nur in Wien und Salzburg größer. „Was knapp und begehrt ist, ist zumeist auch teuer. Auch in Zukunft wird das Bundesland Tirol ein teures Pflaster sein“, fasst Reith den Ausblick für den Tiroler Immobilienmarkt zusammen. Allerdings wird sich der Tiroler Wohnimmobilienmarkt in den nächsten Jahren in einem Spannungsfeld bewegen. Wohnraumknappheit und touristische Nachfrage sprechen für steigende Preise. Weiterhin angespannte Leistbarkeit sowie stark nachlassender demografischer Rückenwind sollten gleichwohl dafür sorgen, dass Wohnraum in Tirol nur etwas schneller teurer wird als andernorts. Innerhalb Tirols sind überdurchschnittliche Preiszuwächse mittel- bis längerfristig in Innsbruck samt Umland zu erwarten. Dagegen sprechen im Bezirk Lienz die schwache Demografie und eine bessere Angebotssituation auch in Zukunft für ein preisliches Hinterherhinken Osttirols – trotz besserer Leistbarkeit.

Nachhaltiges Bauen und gebrauchte Immobilien liegen im Trend

„Als Antwort auf hohe Zinsen und knappes Angebot haben Investor:innen und Eigennutzer:innen das Potenzial von Bestandsimmobilien entdeckt“, berichtet Gerhard Cramer, Geschäftsführer von Raiffeisen Immobilien Tirol. Es wird wieder mehr saniert. Das Modell „Kauf – Sanierung – Verkauf“ sticht aktuell besonders heraus. Positiv ist dabei, dass die Käufer:innen mehr Wert auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz legen. „Denn das ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich attraktiv“, so Cramer.

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