31. März 2020
5.000 Stundungsvereinbarungen in zwei Wochen

  • aktuelles Stundungsvolumen liegt bei 120 Millionen Euro 
  • Kurzarbeitsmodell erfordert Zwischenfinanzierung 
  • persönliche Nähe ermöglicht rasche Lösungen

Auch die Tiroler Raiffeisenbanken sind täglich mit den Folgen der Corona-Krise konfrontiert. Tausende Gespräche mit besorgten und teilweise existenziell gefährdeten Kundinnen und Kunden prägen den aktuellen Bankbetrieb.

 

Mit ihren über 200 Geschäftsstellen in fast jeder Gemeinde und einem Anteil von mehr als 60 % aller Bankomaten in Tirol leisten die Tiroler Raiffeisenbanken einen großen Teil der finanziellen Grundversorgung aller Tirolerinnen und Tiroler. Zudem sind sie ein wesentlicher und wichtiger Partner der Tiroler Unternehmerinnen und Unternehmer, um die wirtschaftlichen Folgen dieser Krise zu bewältigen. Die Tiroler Raiffeisenbanken sind tief im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben der Region verwurzelt und setzen deshalb gerade jetzt all ihre Ressourcen dafür ein, Unternehmen und Haushalte in Tirol durch diese Krise zu begleiten.

 

Kundennähe gerade jetzt wichtig

„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind derzeit im Dauereinsatz und stehen unseren Kundinnen und Kunden in dieser herausfordernden Zeit weit über die üblichen Beratungszeiten hinaus zur Verfügung“, erklärt Dr. Johannes Ortner, Sprecher der Raiffeisen-Bankengruppe Tirol. Das wird von den Kunden sehr gut angenommen, denn die Tiroler Raiffeisenbanken verzeichnen einen starken Anstieg von Beratungen. „Auch wenn wir unsere Kunden darauf hinweisen, Bankstellenbesuche auf ein Minimum zu reduzieren und das umfassende Onlinebanking-Angebot zu nutzen, ist es für uns wichtig, unsere Bankstellen offen zu halten“, so Ortner weiter.

 

Privat- und Firmenkunden – alle sind betroffen

Die Corona-Krise habe Auswirkungen auf uns alle, so Ortner. Egal ob Privat- oder Firmenkunde, EPU oder Konzern. Für viele geht es um die Existenz, daher wenden sich zahlreiche Kunden an die Raiffeisenbanken, um Informationen zu Finanzierungen und Förderprogrammen zu erhalten. „Die allermeisten Anfragen haben zurzeit mit der Stundung von bestehenden Krediten und geförderten Überbrückungsfinanzierungen zu tun. Aber oft sind auch Fragen dabei, die nicht zum typischen Aufgabengebiet eines Bankberaters gehören. Uns ist es aber wichtig, für unsere Kunden da zu sein und einen Beitrag zur Bewältigung der Krise zu leisten“, unterstreicht Ortner.

 

Zusagen binnen weniger Stunden

Während Neukreditanträge und auch geförderte Überbrückungsfinanzierungen einer detaillierten Prüfung unterliegen müssen, können die Tiroler Raiffeisenbanken bei Stundungsanträgen – insbesondere bei langjährigen Bestandskunden – rasch und unbürokratisch reagieren. „Wir haben alle internen Prozesse für eine Stundung von Krediten dieser Ausnahmesituation angepasst und sind in der Lage, sehr schnell zu entscheiden. Bei der Vergabe von neuen Krediten, vor allem im Zusammenhang mit dem Hilfspaket der Regierung, sind wir allerdings an bestehende gesetzliche Vorgaben und geltende Bestimmungen der Aufsicht gebunden. Hier können wir leider nicht so flexibel agieren, wie wir, unsere Kunden und auch die Politik sich das wünschen würden. Ich bin aber zuversichtlich, dass es hier noch zu Optimierungen kommen wird. Aus voller Überzeugung leisten wir unseren Teil zur Bewältigung der Krise und haben bereits jetzt vielfach geholfen. Allein in den letzten beiden Wochen haben die Tiroler Raiffeisenbanken 5.000 Stundungszusagen mit einem Volumen von 120 Millionen Euro getätigt. Wir führen täglich über tausend Kundengespräche, unsere Bankstellen bleiben geöffnet und der Zahlungsverkehr funktioniert, auch dank digitaler Lösungen, einwandfrei. Als Genossenschaftsbanken haben wir seit jeher die Verantwortung und Pflicht, zum Wohl unserer Mitglieder zu handeln. Gerade in Krisenzeiten hat sich dieses auf Gemeinschaft und Solidarität aufbauende Modell sehr bewährt“ erklärt Ortner.

 

Vorfinanzierung der Kurzarbeit

Im Rahmen des Maßnahmenpakets gegen die Auswirkungen der Corona-Krise übernehmen die österreichischen Banken nun auch die Vorfinanzierung der Kurzarbeit für die heimischen Unternehmen. Voraussetzung dafür ist die Bestätigung durch das AMS. Damit wird sichergestellt, dass es zu keiner Unterbrechung bei den Lohn- und Gehaltszahlungen für die Arbeiter und Angestellten kommt. Die heimischen Banken stehen in dieser schwierigen Zeit den Unternehmern mit der dringend benötigten Liquidität zur Seite und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Überwindung der Krise.

 

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise in Tirol sind bisher schwer abzuschätzen, aber eines zeigt sich, betont Johannes Ortner: „In unsicheren Zeiten ist es wichtiger denn je, dass wir Kontakt zu unseren Kunden halten und gemeinsam an Lösungen arbeiten.“

Folgende Dateien stehen zum Download zur Verfügung:

  • Download

    Dr. Johannes Ortner

    Dr. Johannes Ortner, Vorstandsvorsitzender der RLB Tirol und Sprecher der Raiffeisen-Bankengruppe Tirol

    Größe In Pixel: 3543 x 2362
    Dateigröße: 1,8 MB
    Copyright: RLB Tirol
    Fotograf(In): Andreas Friedle

 

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