22. Februar 2013
125 Jahre Raiffeisen in Tirol

  • 125 Jahre Menschlichkeit, Sicherheit, Wirtschaftsfaktor
  • Ersten Raikas in Oetz, Inzing, Mils, Kirchberg
  • Raiffeisen heute größte Bankengruppe des Landes
Der Gründer Johann Tobias Haid (1846–1924)
Gründer und erster Obmann der Raiffeisenkasse Oetz, war ein äußerst umtriebiger Unternehmer und Politiker. Er war Landtags- und Reichsratsabgeordneter, k.k. Postmeister, Postwirt zum Kassl in Oetz, Weinhändler – ein einflussreicher und bestens vernetzter Macher, dem aber auch die Nöte der Bevölkerung nicht verborgen blieben. Neben der Raiffeisenkasse verdankt Oetz dem Postwirt zum Kassl unter anderem auch den Verschönerungsverein (Vorgänger des Tourismusverbandes), die Freiwillige Feuerwehr sowie die Sennerei- und Viehzuchtgenossenschaft.

Die ersten vier Raiffeisenbanken.
Die „Raiffeisensche Darlehenskasse“ Oetz wurde am 31.12.1888 ins Handelsregister eingetragen und gilt deshalb als erste Raiffeisenkasse Tirols. Nur wenig später folgten die Raiffeisenkasse Inzing, deren Gründung wie in Oetz anlässlich des 40-jährigen Thronjubiläums des Kaisers beschlossen wurde, sowie die Kassen in Kirchberg und Mils.

Historisches Umfeld.
Es waren harte Zeiten für die Menschen am Land. Gerade auch im Ötztal litt man unter den Auswirkungen, die von Eisenbahn und Dampfschiff, von neuen Verkehrswegen wie der 1884 eröffneten Arlbergbahn, aber auch von Erfindungen wie dem Kunstdünger ausgingen. Die Flachsproduktion, wichtige Einnahmequelle im Tal, brach ein. Vielen Bauern fehlte es an Ackergeräten und Maschinen. Sehr viele waren verschuldet, nicht selten bei Wucherern, die horrende Zinsen verlangten.

Der Tourismus? Steckte bestenfalls erst in den Kinderschuhen. Die Ideen Friedrich Wilhelm Raiffeisens, des großen Sozialreformers des 19. Jahrhunderts, kamen Haid und seinen Mitstreitern – allesamt zentrale Persönlichkeiten des Oetzer Dorflebens – deshalb gerade recht: Hilfe zur Selbsthilfe, direkt vor Ort, unabhängig und eigenverantwortlich. Und so nahm die erste Raiffeisenkasse Tirols ihren Betrieb auf.

Mit Angebot und Service einer modernen Bank hatten die Anfänge freilich noch wenig zu tun. Ein eigenes Gebäude gab es  nicht, stattdessen residierte man in einem Raum des Pfarrwidums – für ganze zwei Stunden in der Woche, immer sonntags nach der Kirche. Dort saßen dann Obmann und Zahlmeister, heute würde man sagen: Geschäftsleiter, an einem einfachen Tisch neben einem kleinen Ofen und dem Geldschrank der Marke „Adlersflügel“ und hörten sich die Anliegen der Mitglieder an, um sie dann dem nach Bedarf tagenden Vorstand vorzulegen.

Im ersten Monat wurden 29 Darlehen, im Jahr 1889 insgesamt 56 bei 4,5 Prozent Zinsen vergeben.
Es wurde aber auch gespart: 86 Personen vertrauten der Raiffeisenkasse Oetz im ersten Jahr ihres Bestehens Erspartes zu einem Zinssatz von vier Prozent an. Die Einlagen reichten dabei von einem bis 912 Gulden. Um Genossenschaftsmitglied zu werden, musste man einen Geschäftsanteil von zehn Gulden übernehmen. Zum Vergleich: Für 80 Gulden bekam man in dieser Zeit eine Kuh, ein Hilfsarbeiter verdiente am Tag zwischen einem halben und einem Gulden.

Das Pfarrwidum in Oetz – die Räumlichkeiten der ersten Raiffeisenbank Tirols – ist noch in seiner alten Form erhalten.

Erfolgsmodell.
Die Gründerväter der ersten Raiffeisenkasse Tirols hatten die Zeichen der Zeit richtig erkannt. Das Erfolgsmodell der  Genossenschaftsbank bewährte sich in der Ötztaler Gemeinde – und bei weitem nicht nur dort. Im ganzen Land folgten Dorfgemeinschaften den Oetzer Vorreitern. Binnen zwei Jahren entstanden in Nord- und Südtirol 32 Kassen nach dem Vorbild Friedrich Wilhelm Raiffeisens. Wie die Raiffeisenbank Oetz (heute Raiffeisenbank Vorderes Oetztal) bestehen viele dieser starken Gemeinschaften noch heute.

Tirol war Ende des 19. Jahrhunderts ein armes Land. Neue Produktionsmethoden und die zunehmende Vernetzung der Märkte bedrohten die Art und Weise, wie die Bauern über Jahrhunderte gewirtschaftet hatten. Die Preise für landwirtschaftliche  Erzeugnisse fielen in den Keller. Viele Menschen am Land waren hoffnungslos verschuldet.Die Gründer der ersten Raiffeisenkassen – in Oetz, Inzing, Kirchberg, Mils – hatten diese sozialen Probleme im Blick. Im genossenschaftlichen System, das Friedrich Wilhelm Raiffeisen in Deutschland entwickelt hatte, sahen sie ein Instrument, mit dem sich die Not der Landbevölkerung lindern ließe. Unterstützung bekamen die Dorfgemeinschaften dabei vom Landeskulturrat, einem Vorgänger der Landwirtschaftskammer, der die Gründung „Raiffeisenscher Darlehenskassen“ subventionierte.

Aus eigener Kraft. Menschlichkeit und christliche Nächstenliebe waren von Beginn an wesentlicher Bestandteil des Prinzips Raiffeisen in Tirol. Schuldner konnten sich dank eines Kredits mit erträglichem Zinssatz aus den Fängen der Wucherer befreien. Und wenn ein Bauer das Geld für die dringend benötigten Ackergeräte bekam, schöpfte er vielleicht neuen Mut und war wieder aus eigener Kraft in der Lage, seine wirtschaftlichen Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen. Zudem arbeiteten die Gründer der Raiffeisenkassen, ihre Vorstände und Aufsichtsräte ehrenamtlich und standen mit ihrem Vermögen für die Bank ein.

Unter den ersten Spareinlegern, die Anfang 1889 der Raiffeisenkasse Oetz Geld anvertrauten, befanden sich bereits institutionelle Kunden – etwa die Sennereigenossenschaft Oetz, die Vieh-Assekuranz und die Gemeindeparzelle Oetz und Oetzer Au (Vorläufer der Agrargemeinschaft). Dies war durchaus im Sinne der Gründer rund um Obmann Johannes Tobias Haid. Im Handelsregistereintrag vom 31. Dezember 1888 heißt es: „Der Zweck des Vereins ist, die Verhältnisse seiner Mitglieder in sittlicher und materieller Beziehung zu verbessern, indem er insbesondere seinen Mitgliedern zu ihrem Wirtschafts- und Geschäftsbetriebe Darlehen gewährt, die hiezu notwendigen Geldmittel beschafft, durch Annahme von Sparbeträgen Gelegenheit gibt, müßig liegende Geldbeträge verzinslich anzulegen, und die Bildung von Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften im Vereinsgebiete zu fördern sucht.“ Mit einem Wort: Die Raiffeisenkasse Oetz sollte sich nach dem Willen ihrer Gründer zu einem Wirtschaftsfaktor für die Region entwickeln.

Die Genossenschaftsidee.
Die wesentlichen Faktoren der Genossenschaftsidee sind:
 

Selbsthilfe
Bereitschaft zur gegenseitigen Hilfe

Selbstverwaltung
Im Rahmen der demokratischen Grundsätze entscheiden die Mitglieder selbst über ihre Genossenschaft

Solidarische Wirtschaftsgesinnung
Mit einem gemeinsamen wirtschaftlichen Ziel auf der Basis des „Füreinandereinstehens“ (= Haftung)Nachhaltigkeit genossenschaftlichen Erfolgs. Das gemeinsame Ziel ist eine dauerhafte wirtschaftliche Verbesserung. Tageserfolge dienen diesem Ziel nicht immer.

Subsidiarität
Die Kraft der Genossenschaft wird nur dort eingesetzt, wo die Kraft des einzelnen nicht ausreicht und er daher Hilfe benötigt.

Identitätsprinzip
Mitglieder (Mitunternehmer) und Kunden sind bei der Genossenschaft iden

Raiffeisen-Bankengruppe in Tirol heute

  • Tiroler Raiffeisenbanken verwalten 15 Mrd. € Kundengelder
  • 5 Mio. € p.a. Förderung von Sozialem, Kulturellem, Bildung, Sport
  • Mit 8 Mrd. € in Tirols Wirtschaft investiert
  • 17,4 Mrd. € Bilanzsumme
  • Die Bank der Tirolerinnen und Tiroler mit 47 % Kundenanteil klare Nr 1
  • Raiffeisen in Tirol Arbeitgeber für 2800 Menschen
  • 81 eigenständige Raiffeisenbanken mit 261 Bankstellen
  • einzige Bank flächendeckend in Tirol und der finanzielle Nahversorger
  • 500 Bankautomaten

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    Sparen macht Spaß

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    Vertrauen macht Raiffeisen zur Nummer 1.

    Raiffeisen ist die mit Abstand größte und leistungsfähigste Bankengruppe in Tirol.

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    Fotograf(In): Christian Forcher

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    Raiffeisenberaterin

    Bankberaterin im Gespräch

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    Der Gründer der 1. Raiffeisenbank Tirolas

    Johann Tobias Haid gründete 1888 in Oetz die 1. Tiroler Raiffeisenbank.

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    Erfolgsgeschichte Raiffeisen

    Im Bild. Dr. Hannes Schmid, Sprecher des Vorstandes der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG und der Raiffeisen-BAnkengruppe Tirol mit Mag. Arnulf Perkounigg, Dir. Raiffeisenverband Tirol

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